Entschuldigt bitte die lange Funkstille hier auf dem Blog, selbst auf Instagram schaffe ich es momentan nicht, täglich zu posten und schreibe da auch momentan manchmal 2x am Tag Posts. Aber momentan ist so eine seltsame Woche, ich bin nur unterwegs und finde das ehrlich gesagt auch gar nicht soooo schlimm, denn nach all den Reisen darf es auch nun mal etwas Ruhe sein.
Heute verrate ich dir ein kleines Geheimnis: … Nein, ich bin nicht schwanger. Das ist auch eine nervige Geschichte, dass man ab einem gewissen Alter immer so etwas von Frauen erwartet. Ich gehöre zwar auch zu den Frauen, die sich inzwischen vorstellen können, Mutter zu sein, aber das Thema heben wir für ein anderes Mal auf.
Nein, heute geht es um Selbstbewusstsein. Oft erhalte ich Nachrichten oder Kommentare wie:
Du bist so selbstbewusst. Ich würde das ja auch gerne. Aber bei mir ist der Zug abgefahren.
Was ich dann am liebsten entgegenschreien möchte, ist: “Natürlich kannst du das, lass mal den Scheiß und zieh dich gefälligst nicht so runter!!!” Natürlich kenne ich das auch: Als Frau wird man ja eigentlich oft noch anders erzogen als ein Mann. Mädchen soillen nicht aus der Reihe tanzen oder laut sein oder auffallen. Darunter hatte ich in der Grundschule sehr zu leiden, war ich doch so ein Rambokind im positiven Sinne, dass sich frei entfalten konnte und dann richtig in seine Schranken gewiesen wurde. Ich wurde in rosa Klamotten gezwungen, als wäre das ein Exzorzismus meines zu dickköpfigen Charakters …
Das super selbstbewusste kleine Rambokind, dass gerne auf Bäume kletterte und Fußball spielte und tobte wich dem seltsamsten jugendlichen Mädchen der Welt. Ich habe mich immer hinter einem Vorhang aus Haaren versteckt. Meine Jugend war nicht einsam, aber ich isolierte mich in der Schule, weil die Lebenswelt dieser Jugendlichen nicht meine war. Meine beste Freundin war 3 Jahre älter als ich, ich brauchte keine Hausparties, ich trank mit den großen. Und ich ging nicht ständig ins Kino oder hatte einen eigenen Fernseher, um mitreden zu können, hatte aber täglich nach der Schule Gesangsunterricht, Chor oder Pfadfinder.
Bis heute bin so eine komische Mischung aus introvertiert und extrovertiert und ich habe keinerlei Probleme mit Bühnen und Öffentlichkeit, weil ich eben ab dem 5. Lebensjahr auf der Bühne stand und gesungen habe. Als ganz kleines Kind hatte ich auch so etwas wie einen Bühnendrang, glaube ich. Aber als Ewachsene dann ha ich das nie gespührt, was so viele Leute am Theater, die mir ganz offen über ihren Wunsch berichteten. Das so gar keiner von denen Social Media nutzt, ist mir ein Rätsel bis heute. Denn wo kann man sich inszenieren, wenn nicht auf Instagram?
Est mit 19 Jahren, als ich angefangen habe zu studieren und Improvisationstheater zu machen und dann später auch am Theater auf der Bühne stand und hinter der Bühne stand und teils Riesenbabys zu versorgen hatte als Regieassistentin, da ist quasi immer Schritt für Schritt mein Selbstbewusstsein ein bisschen gewachsen von Tag zu Tag. Das hat halt auch immer viele Tränen gekostet, aber ich habe die radikale Ansicht, dass jede Lektion im Leben lehrreich ist und jede Erfahrung somit eine gute Erfahrung. Was mir auch geholfen hat dann zu einem späteren Zeitpunkt ist Hilfe von anderen anzunehmen, denn das konnte ich lange nicht und das hat mich fast wahnsinnig gemacht.
Ich glaube, dass das Potenzial in jedem von uns steckt und dass wir alle Königinnen sind. Nix Prinzessin! Natürlich ist da eine starke Frau als Vorbild hilfreich, in meinem Fall eine starke Oma, mein Vater hat sie immer Drache genannt. Aber ich finde halt dieses Label gut und ich finde es auch gut, wenn irgendwelche Chauvis mich Emanze nennen. „Trag das wie einen Orden auf deiner Brust !“, würde meine Oma sagen.


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