Man sieht sie immer und überall – Youtuber. Manch einer ist heute eher auf Intagram oder Tiktok unterwegs, aber jeder von uns Millenials und alles, was danach kam, ist doch irgendwie mit Youtube in Berührung gekommen.
Und ich kenne so viele Menschen, die damals gesagt haben oder bis heute den Traum hegen: Ich möchte Youtuber werden. Aber was ist das eigentlich für ein Arbeitsaufwand? Wie viel Stunden braucht es, um ein Video zu machen? Von 2009 bis etwa 2012 habe ich erst sehr regelmäßig, dann unregelmäßiger Youtube gemacht. Dann hat mich Ende 2015 mein damaliger Mitbewohner und heutiger Ehemann überredet, wieder Videos zu machen. In der Zeit hatte sich aber viel getan, das ganze profesionnalisiert.
Was du brauchst und wie viele Arbeitsstunden in so einem Video stecken, dass kannst du hier lesen.
Was du alles brauchst
Der erste Schritt ist gar nicht so einfach, denn vor dem eigentlichen Video solltest du dafür sorgen, dass man sich gut hören oder sehen kann. Entgegen der Erwartung ist ein guter Ton sogar wichtiger als das Bild.
Das Problem ist heute nicht die Kamera, denn wir filmen tatsächlich meist nicht mehr mit Spiegelreflex oder auch nicht wie befreundete Youtuber mit einer Systemkamera, sondern mit einer dji Osmo Pocket und dem Handy. Die Qualität reicht für den Inhalt, den ich mache.
Für das Licht muss es auch nicht gleich die Dreipunktbeleuchtung sein, wir arbeiten aktuell nicht mit Softboxen, sondern mit Ringlicht. Genauso gut kann man mit Tageslicht arbeiten. Nur wichtig ist: Keine Lichtmischung zwischen warmen und kalten Licht.
Aber mit dem Ton ist es schwieriger, der muss akzeptabel sein, der darf nicht rauschen und oder Hall haben. Im Bereich Ton kann man viel lernen, externe Tonspur, dann beareiten mit Audacity. Wer also mal die Gelegenheit, bei einem Studentenradio oder Schulradio oder bei einer Hörspielproduktion zu arbeiten oder so, der kann da das Handwerkszeug dafür lernen.
Die Videoidee und das Konzept
Bevor du einfach drauf los drehst, solltest du erst einmal überlegen, was deine Mission auf Social Media ist. Worin hast du Expertenwissen? Was kannst du den Menschen, die deine Videos schauen sollen, an Mehrwert bieten?
Und dementsprechend sollte nicht nur das gesammte Konzept stimmen (bei mir sind es Beauty, Plus Size Fashion und Instagram Tipps für den Bettina Viola Barth Youtube Channel, also ein Mix aus dem alten aufgerouget Konzept, @bettinaviolabarth und @instamitherz Content), sondern auch das Video auch in dieses Konzept auf max 2 bis 3 Themen passen. Woraus kann man eine Serie machen, welche Themen passen und bieten Mehrwert?
Da ich in den letzten Monaten wieder sehr viele Fotoshootings hatte, habe ich mich für eine Fotoshooting Hautpflege Routine entschieden.
Das Skript
Nun ja, ich muss gestehen, dieser Schritt dauert bei mir maximal 20 Minuten, aber ich bin auch eben eine schnelle Schreiberin. aber ein Video muss ich schon strukturieren und ja, ich muss mich auch mehr ans Skript bei den nächsten Videos. Denn nur so kann man ein schönes Video machen, von denen deine Mitmenschen nicht total genervt sind. Nichts ist schlimmer, wenn einer erstmal 8 Minuten im Intro übers Wetter lbert. Also schreibt auf, was ihr sagen wollt und was wann kommen soll. Bei Outfitvideos kommen bei uns auch der Faktor hinzu, dass wir meist diese Videos über 7 Tage drehen werden. Da muss dann auch eine Reihenfolge festgelegt werden, wann wir was drehen, ob wir B Roll brauchen, so ein richtiger kleiner Drehplan oder auch eine Requisitenliste für das ein oder andere Video. Glücklicherweise habe ich das Listenschreiben durch kleinere Medienprojekte in meiner Jugend und dann vor allen durchs Theater schon im Blut.
Der Dreh
Einfach mal so in eine Kamera labern – was kann das schon an Zeit dauern?
Lange. Laaaaange. Sei es nun Verkehrslärm, Baulärm, hartes Licht und man muss das Fenster abkleben mit Moltonstoff … oder man verhaspelt sich ständig, will aber keine Jumpcuts machen und deswegen braucht man 20 Minuten für 2 Sätze.
Für ein Video oder mehrere Videos am Stück solltet ihr euch also mindestens 4 oder 5 Stunden einplanen. Ich meine, wahrscheinlich wollt ihr euch vorher schminken, habt vielleicht einen Signature Look oder eine bestimmte Frisur oder ein bestimmtes Outfit, dass ihr tragt … Naja, aber zu dem USP Look machen wir noch ein anderes Mal einen Blogpost.
Der Schnitt
Bei mir ist das eine komplizierte Geschichte: Einerseits würde ich super gerne diese Aufgabe outsourcen. Andererseits ist es dann doch viel mehr Zeitaufwand, wenn ich den Schnitt in fremde Hände gebe und es mehrere Feedbackschleifen geben muss, bis ich zufrieden bin.
Ich bin routiniert, mein Schnit ist nicht sonderlich anspruchsvoll. Ich habe gute Struktur, was ich drehen muss und was nicht. Deswegen habe ich meist nicht mehr als 2 bis 3 Stunden Arbeit damit, auch nicht mit dem 17 Minuten Video. Aber ich saß auch schon vor allen an Vlogs gerne mal 12 Stunden und länger am Schnitt. Hier spart man sich mit Drehplan und Skript auch wieder viel Arbeit.
Denn bei Vlogs sollte man sich ja ohnehin die Frage stellen: Bietet es einen Mehrwert für meine Nutzer? Warum sollte man dein Leben beobachten? Ich bin grundsätzlich nicht gegen Vlogs, aber ich finde, dass man wunderbar Vlog Material in Mehrwert verpacken kann. Gestern beispielsweise habe ich beispielsweise ein bisschen in der Stadt gefilmt. Das wird BRoll für ein Lookbook und auch Teil für ein Video, wie man die Zeit aktuell gut nutzen kann. So hat man nicht nur schöne Bilder, sondern es steckt auch ein Sinn dahinter.
Das Hochladen
Das klingt jetzt nicht sonderlich schwierig. Aber das kann je nach Internetverbindung und Videoqualität auch mal 24 Stunden dauern. Wenn man dann regelmäßig am selben Tag Videos machen veröffentlichen will, dann sollte man auch sicher gehen, dass es jetzt in Zeiten von Corona auch nicht die Verbindung zu langsam ist.
Daher empfehle ich planmäßiges Hochladen mindestens ein bis zwei Tage vor eigentlicher Veröffentlichung.
Die Thumbnail
Der erste Eindruck zählt. Und so ist das auch bei dem Vorschaubild für dein Video. Und so eines zu machen, am besten in einheitlichen Look mit Wiedererkennungswert, gut lesbarer Schrift, das ist eine ganz eigene Kunst für sich. Und kann auch mal 2 Stunden und mehr dauern. Wer sich Zeit ersparen will, kann dies am besten mit Templates – so etwas gibt es beispielsweise bei der App Canva.
Die Videobeschreibung
Was soll daran schwierig sein, ein paar Zeilen zu schreiben? Suchmaschinenoptimierung. Megawichtig. Das ist ein Thema für sich, dementsprechend muss man da Algorithmus und Suchmaschinen füttern.
Und es sollten alle Social Media Kanäle verlinkt sein, alle Quellen, ggf ein paar Affiliate Links …. da kommt meist eine halbe Stunde Arbeit zusammen,wenn man alle Links zusammen tragen will.
Die Untertitel
Das, was mir die meiste Zeit wefrisst, sind die Untertitel. Die kosten mich Stunden, viele Stunden. Denn automatisch generierte Untertitel sind Schrott. Und ja, Videos schneiden finde ich meditativ. Aber Untertitel sind heute wichtiger denn je, denn viele schauen Videos auf ihren Smartphones und da kann es auch oft sein, dass man gerade keine Kopfhörer hat, aber sich trotzdem für das Video interessiert.
Außerdem ist es ganz nett als Analyse, sich zuzuhören und man merkt es, welche Wörter man oft sagt, was man hättekürzen können etc.
Und beim Übersetzen auf Englisch ist es natürlich auch eine schöne Übung, um den Wortschatz zu überprüfen und ggf. auszuweiten. Denn jetzt weiß ich, was Hautschuppen auf Englisch heißen und das Wort klingt witzig.
Fazit
Hinter so einem kurzen Video steckt oft mehr Arbeit, als man denkt. Also zeigt euren Respekt und lasst den netten Menschen um euch, die Youtube Videos machen, etwas Watchtime und ein Like da.
Photo by Jakob Owens on Unsplash


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