Amsterdam 2020 – Meine Güte, ist das sch*** voll hier geworden!

2014 habe ich Amsterdam kennengelernt. Und mit Jona war ich jedes Jahr Anfang Januar in Amsterdam für das Amsterdam Light Festival, das mich immer wieder in seinen Bann zog, mal mehr, mal weniger. Aus diesem Erfahrungsschatz können wir nun berichten. Eines können wir ja schonmal sagen: Über die vier Jahre ist Amsterdam gefühlt immer voller geworden. Das nervt echt ein bisschen und schlägt sich auch in den Übernachtungspreisen wieder, die stetig steigen.


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Früher war alles günstiger, echt jetzt

2014 bin ich das erste Mal und dann auch weitere Male mit dem Fernbus angereist. Kaum zu glauben, dass es damals mich beim allerersten mal nur 4 Euro für meinen damaligen Freund und mich gekostet hat, da damals Flixbus und Mein Fernbus sich zusammengeschlossen haben. Und wir waren auch damals Couchsurfen, es ist im Nachhinein so spottgünstig gewesen, dass man heute sagen kann: Von dem Geld, dass mein Ex und ich 4 Tage lang ausgegeben haben für Museen und Lebensmittel und 2x Bahn von und nach Sloterdijk könnte man heute wahrscheinlich keinen halben Tag in Amsterdam verbringen.

Fernbusse sind gar nicht mal so schlecht, aber ziemlich teuer geworden über die Jahre. Und wer keine Lust auf lustige Erlebnisse an der Grenzkontrolle haben will mit den ülichen Amsterdamtouristen, die dann doch ein Tütchen Gras im Schuh vergessen haben, als schon der Drogenhund kommt, dem empfehlen wir von ganzen Herzen, Bahn zu fahren.


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Anreise und Abreise

Besonders aus NRW oder bei uns aus Oldenburg oder auch aus Bremen oder Hamburg ist der Weg gar nicht so weit. Wäre die Brücke über die Ems nicht kaputt, würde es noch schneller gehen. Aber wir fahren zum Super Spar Preis für 20 Euro pro Person und die Verbindung ist jetzt auch nicht schlecht. Nach Amsterdam brauchen wir von Oldenburg etwa 4 Stunden, genauso lang brauche ich von meinen Eltern nach Hannover oder von Oldenburg nach Göttingen. Zurück sind es dann 5 Stunden, aber auch nur aufgrund der Wahl unseres bevorzugten Bahnhofs und eben wieder wegen der fehlenden Brücke über die Ems, die dafür sorgt, dass man in dem kleinen Nest Weener in einen Linienbus nach Leer umsteigen muss.

Wer also wie wir mit dem Zug nach Amsterdam will, der kann ganz einfach zum Bahnhof Zuid oder Sloterdiek und fährt dann weiter mit der Metro. Und wer unbedingt mit einem Auto nach Amsterdam reisen will, der sollte sich eine Unterkunft außerhalb der Stadt mit Metroanbindung suchen oder kann beispielsweise auch nahe Amsterdam Campen und von dort aus mit dem Fahrrad oder Öffis in die Stadt gelangen.

Fortbewegung in der Stadt

Es bietet sich anim touristischen Stadtzentrum, viel zu gehen und lohnt sich auch, da an vollen Tagen man selbst mit dem Fahrrad als Tourist nicht von A nach B kommt. Und an Auto in der Stadt sollte man überhaupt nicht mal drüber nachdenken, denn Parken ist selbst für die meisten Anwohner ein Ding der Unmöglichkeit.

Wer also gute Instaspots oder Fotomotive oder auch gute Cafés ohne Touristenansturm oder Kiffer Fressflash Sortiment finden will, kommt an dem Gehen nicht vorbei. Wer eh eine Tageskarte hat, kann bei wirklich, wirklich, wirklich schlechten Wetter auch wieder umschwenken auf die Tram. Trotz Tram haben wir beidewieder unsere 30000 Schritte und mehr am Tag gemacht und wenn man ab und an in einem Café sitzt und sich aufwärmt, merkt man das auch gar nicht, dass man so viel in Bewegung ist.

Verpflegung

Tja, was soll ich sagen? Eigentlich waren wir immer Selbstversorger. Eigentlich, denn es gibt Supermärkte auch reichlich in der Innenstadt und unsere liebsten Filialen Albert Heijn sind seit Jahren beim Amsterdam Centraal Bahnhof in Richtung Nemo Museum hinter dem Starbucks oder der am Museumsplein hinter dem Van Gogh Museum, der unterirdisch und auf den ersten Blick gar nicht erkennbar ist.

Essen gehen

In den letzten Jahren haben wir wirklich viele kulinarische Erfahrungen gemacht und traurig war in diesem Jahr, dass Trust bzw. später Labeled with Trust nun aus uns nicht bekannten Gründen geschlossen hat. Wir sind super traurig, weil wir dort seit Jahren gegessen haben. Dafür kam als Neuentdeckung die Vegan Junk Food Bar mit gleich mehreren Filialen in Amsterdam, aber immer gleicher Karte hinzu, wo wir gleich 2x gegessen haben.

Und auch The Avocado Show haben wir dieses Mal auch wieder besucht, allerdings nur für ein zweites Frühstück. Alle Speisen findet ihr übrigens detailliert auf @veganparadisegermany

Den besten Kaffee gibt es meiner Meinung nach im Blond Café und ist auch direkt in einer Ecke von Amsterdam, in der wir immer wieder gerne sind. Und sonst? Onigiri von Onigiri Ya! und Albert Cuyp Market für Streetfood ist günstig und gut, wenn man keinen Bock hat auf Selbstversorger.


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Das Light Festival

Der Grund für unsere Reise nach Amsterdam war all die Jahre das Amsterdam Light Festival. Wir haben immer gerne zu Fuß die einzelnen Installationen entdeckt, das ist auch deutlich spannender als per Boot. Nachdem wir nach zweimal mit dem Boot durch die Grachten fahren, nicht mehr bereit waren Geld für ein Bootsfahrst auszugeben, die die Umwelt belastet und bei der die Installationen oft nicht gut auf Bildern einzufangen sind, egal, ob das Boot Fenster hat oder nicht. Dieses Jahr haben wir nur drei Installationen angeschaut, die wir uns vorab im Internet rausgeguckt und für interessant befunden habt. Vieles, was es an Installationen in diesem Jahr gab, hatten wir schon einmal so oder so ähnlich gesehen. Daher werden wir das nächste Mal für ein Wochenende im Sommer in Amsterdam sein, da wir noch gar nicht Amsterdam bei warmen Temperaturen kennen.

Liebe Familien, jetzt bitte zuhören!

In den letzten Jahren habe ich wirklich viel nettes Feedback auf meine vergangenen Berichte auf nonsoloamore.net zu all den Reisen bekommen, die ich gemacht habe. Und bei Amsterdam haben mich vor allen Dingen Familien gefragt, ob und wie man am besten mit den Kindern dort Urlaub machen kann. Jetzt müssen Langschläfer stark sein! Familien sollten am besten direkt morgens ab 8 Uhr oder 9 Uhr in die Stadt und den Vormittag nutzen. Erst gegen 11 Uhr oder 1:30 Uhr geht die Touristenmenge nach Hotelfrühstück raus und je später der Tag, umso eher wird es auch voll, unübersichtlich und wild. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann beispielsweise wunderbar in Nebenstraßen oder zum Spui, zwischen Dam und Amsterdam Centraal oder auch im Red Light District ist es eher voll und es stehen natürlich auch ab und an nackte Damen im Fenster. Just said. Also bitte vielleicht die Kinder darauf vorbereiten, dass man in Amsterdam ab und an Euter Ute oder Busen Biggie begegnen kann. Ist ja auch nicht anders als bei uns daheim auffer Reeperbahn. Mein Papi hat in St Pauli in den Siebzigern seine Lehre gemacht als Techniker, daher bin ich da schmerzfrei.

Nachmittags kann man dann als Familie in Museen wie das Nemo, oder die Wondr Experience gehen. Vielleicht haben auch ältere Kinder jetzt im Winter Freude an der Eisbahn oder dem Van Gogh Museum. Mit der Familie lohnt es sich, beispielsweise günstiges Street Food auf dem Albert Cuyp Market zu genießen (und dort ist auch direkt eine Metro Station), dort gibt es auch wunderbare Smoked Almonds.

Da gibt es nichts umsonst!

Etwas, was auch von Jahr zu Jahr krasser wird: Man steht überall Schlange. Also bitte vorab recherchieren und nach Restaurants suchen und gucken, ob man reservieren kann. Andernfalls muss man direkt zur Öffnung eines Cafés oder Restaurants vor der Tür stehen.Speziell bei The Avocado Show hatten wir erst Pech, weil in einer der Filialen in Amsterdam direkt an der Graacht zu viele Reservierungen aren. Dann haben wir es doch geschafft für ein zweites Frühstück und es war auch wieder sehr lecker, aberwie so oft in Amsterdam hatten wir das Gefühl, dort nicht viel Zeit verbringen zu dürfen. Dieses Rein, Raus ohne mal in Ruhe ein bisschen zu quatschen oder lesen zu können istsehr gewöhnungsbedürftig. Und so sehr Jona kein Fan von Starbucks ist, so berechtigt ist ihre Existenz in Amsterdam als Oase der Ruhe, wenn man mal einfach eine Stunde auf den Zug warten will ohne hibbelige Kellnerin, die alle 5 Minuten eine neue Bestellung oder euch sonst rausschmeißen will.

Nichts Schönes für Kurven

Ja, ja, ja … Gerade Nebenstraßen sind sehr interessant in Sachen Einkaufen. Denn ihr fahrt schließlich nicht für Primark und H&M ins Ausland, oder? Shopping Tipps kann ich keine für Plussize geben, denn ich bin gefühlt alle Läden der Stadt abgerannt, die ich vorab recherchiert hatte. Und was soll ich sagen? Es war alles sehr trutschig und altmodisch. Sowas haben meine Grundschullehrer kurz vor der Rente in den 90ern getragen und ich glaube nicht, dass ihr das modisch findet. Aber bis Größe 42 oder als Mann Vintage Stores oder Kilo stores, aber oft sind die Preise auch gesalzen.

Mein liebster Ort ist der American book store am Spui. Die Auswahl ist immer ein Traum, ich würde am liebsten jedes Mal ein ganzes Bücherregal mitnehmen. Es ist eben nicht eine Random Auswahl, sondern ein Buchladen mit Liebe geführt, wo man auch das Gefühl hat, dass die Besitzer jedes Buch kennen und mit Liebe auswählen.


Unsere ÜBerraschung in Sachen Fotomotiven war tatsächlich ein Ort, den ich bislang in keinem einzigen Reisebericht gesehen oder gelesen habe.Unsere ÜBerraschung in Sachen Fotomotiven war tatsächlich ein Ort, den ich bislang in keinem einzigen Reisebericht gesehen oder gelesen habe.

Unsere ÜBerraschung in Sachen Fotomotiven war tatsächlich ein Ort, den ich bislang in keinem einzigen Reisebericht gesehen oder gelesen habe.

Nicht so schön wie auf Instagram

Für alle, die noch nie in Amsterdam waren: Bitte seid nicht enttäuscht, wenn euch Amsterdam das Herz bricht. Ich kenne viele, die Amsterdam besucht haben nach dem Motto: Einmal und nie wieder. Je näher Dam und Red light District kommt, umso mehr Erbrochenes, Scherben, Partytouristen … inzwischen versucht ja die Stadt Amsterdam und die Einwohner dagegen anzugehen und so wurde beispielsweise auch der I amsterdam Schriftzug in einen anderen Teil der Stadt gebracht, was dem Museumsplein auch sehr gut tut. Aber trotzdem halten sich viele nicht an die Verbote und kommen eben dorthin, um mit Freunden oder Kegelverein oder Junggesellenabschied dem Hedonismus zu fröhnen. Döb döb döb dö dö döb döb döb …. (ihr wisst schon, Scooter und so)

as Wetter war ja bei uns unterste Kante und für mich das erste Mal seit 2014, dass ich in Amsterdam so richtig Pech mit dem Wetter hatte. Amsterdam bei schlechten Wetter werde ich daher auch zum Thema bei nonsoloamore.net machen. Meine große Überraschung und auch Vorschaubild dieses Blogposts ist die Uni von Amsterdam als geheimes Fotomotiv fernab der touristischen Hektik, die wir bei Nacht entdeckt haben, als wir auf Rundgang vom Light Festival waren.





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