Für einen geht es um Komfort, für den anderen darum, sich glamorös zu fühlen. Und keiner kann sagen: Ich mach da nicht mit. Denn Kleidung müssen wir alle tragen. Die Frage ist aber nun: Wie ist das mit der Selbstliebe und der Mode? Dafür habe ich die Hamburger Designerin Klara Stenzel des Labels Süperb befragt.
Die Hamburger Designerin des Labels Süperb Klara Stenzel im Interview
Zuerst einmal kennt dich ja nicht jeder. Deswegen: Wer bist du und was machst du?
Klara: Ich heiße Klara Stenzel und bin Designerin und Gründerin von dem Modelabel Süperb. Mit dem Label entwerfe und realisiere ich Kollektionen speziell für den kurvigen, weiblichen Körper für Konfektionsgröße 40-
Wie hast du zur Selbstliebe gefunden?
Klara: Als Modedesignerin bin ich täglich von vielen Bildern von weiblicher Schönheit umgeben und muss mich unweigerlich mit diesen auseinandersetzen. Dadurch konnte ich mit der Zeit nicht nur bei anderen Frauen, sondern auch bei mir ein breiteres Spektrum an Äußerlichkeiten als schön ansehen. Mein eigentliches Ziel ist aber eher Selbstakzeptanz.
Klara Stenzel hat an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg studiert, diese Skizzen sind Teil ihrer Masterarbeit: Real Robots, Unreal Humans (2016)
Was ist Dein Tipp für mehr Selbstliebe im Alltag?
Klara: Genau und möglichst objektiv hinsehen. Oft haben wir ein falsches Bild von uns und können bei Anderen viel eher sogenannte ‚Markel‘ als schön ansehen. Daher sollten wir uns auch öfter mal aus der Perspektive anderer betrachten und uns mit dem gleichen Wohlwollen entgegenkommen. Außerdem ist es gut, sich ehrlich im Spiegel anzusehen und nicht wegschauen, denn erst wenn man sich wirklich kennt, kann man auch annehmen was man sieht. Zusätzlich ist es auch gut, sich diverse Frauenkörper anzusehen und sich nicht mit unrealistischen (bearbeiteten) Bildern zu vergleichen.
Gibt es etwas Bestimmtes oder jemanden, für den du gerne etwas designen würdest?
Klara: Ich würde gerne einmal ein Abendkleid, am besten für den roten Teppich designen. Bei Süperb fokussiere ich mich sonst extra auf eine Gewisse Alltagstauglichkeit. Da wäre so etwas eine tolle Abwechslung!
Was erwartet uns bei der Herbst/Winter-Kollektion 2020/2021?
Klara: Es wird ein bisschen schicker und fast ein bisschen glamourös. Mit besonderen Drapierungen und ein bisschen Romantik.
Warum designst und produzierst du in Hamburg?
Klara: Ich designe in meinem Atelier in Hamburg-Barmbek und lasse ein paar Straßen weiter meine Kollektion in Kleinserien fertigen. Dadurch muss ich nicht so große Mengen vorproduzieren lassen, wie es im Ausland der Fall wäre und kann mir sicher sein, das die Produktion fair ist.
Eine weitere Skizze aus Klara Stenzels Masterarbeit: Real Robots, Unreal Humans (2016)




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