Es ist halb sieben, ich sitze in der Heide auf dem sandigen Boden, auf der rustikalen Holzbank im Baumstammstyle ist mein kleines Tischstativ, darin mein Smartphone, ich mache einen Livestream zum Thema Dankbarkeit und Achtsamkeit. der Name ist “Power Hour”. Neben dem Stativ kauert mein Ehemann und hat die Augen zu. Eigentlich mag er diese morgendlichen Aktivitäten mit mir zu Sonnenaufgang, aber eben nur, wenn wir uns bewegen.
Eine Zuschauerin fragt: “Warum denn so früh?”
Und auch mein Umfeld fragt ab und an:
”Wie kommt ihr denn aus dem Bett?”
“Warum tust du dir das an?”
Nun ja, für den Einen ist es eine Qual, für den Anderen ganz okay, früh morgens aufzustehen. Ich war schon immer ein Morgenmensch. Mein Problem ist eher in meinem aktuellen Beruf als selbstständige Social Media Beratung, dass ich beruflich gerade in Zeiten von Corona kaum aus dem Haus komme. Morgens mit Bewegung in den Tag zu starten, einfach im Moment zu sein, gibt mir ein gutes Gefühl. Ich mag an der Natur da draußen das Beständige und dass ich dort auch einfach ohne große Vorbereitung hin kann. Da draußen in Wald oder Heide ist es wumpe, ob ich nun geschminkt bin oder nicht. Und auch mein Mann kommt gerne mit, denn er ist kein Frühaufsteher und morgens als Erstes in den Wald zu gehen hilft ihm, gut in den Tag zu starten und da einen Anfang zu finden, um produktiv für die Uni zu arbeiten.
Morgens in der Heide – da war der Himmel mal etwas bedeckt und schon sah die Landschaft ganz anders aus.
Finde deinen Weg!
Als allererstes ist super wichtig, dass du dir bewusst machst, dass du jetzt nicht um 5 Uhr morgens aus dem Haus gehen und in den Wald gehen musst und dann wirst du auf jeden Fall glücklich oder besser sein. Ich fand es immer wieder faszinierend in den vergangenen Jahren, dass das Thema Morgenroutine so eine große Beachtung findet.
Das viele diesen Wunsch haben, dass sie gerne produktiver sein möchten dass Sie besser gelaunt in den Tag starten möchten. Aber, so profan das vielleicht für dich klingt: du musst deinen eigenen Weg finden und da hilft natürlich nicht, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern einfach für dich auszuprobieren, was für dich funktioniert und was du erstmal für ein Bedürfnis hast.
Nimm mir also jetzt bitte mal einen Zettel und schreibe:
„Ich möchte gerne…“ j
a und da geht es schon los.
Bevor du ein Problem bearbeitest oder einen Wunsch verspürst etwas anders zu machen solltest du dich doch erst mal Fragen:
“o bin ich überhaupt, wo sind meine Probleme?
Bei meinen Ehemann und mir ist oft das Problem, dass wir zu sehr verschiedenen Zeiten Aufstehen. Ich bin meistens so zwischen 5 Uhr und 6 Uhr wach von Natur aus, ich werde auch sehr schnell müde, ich bin meistens so zwischen 22 Uhr und 23 Uhr ins Bett und er ist da halt ganz anders. Außerdem war persönlich meine Problem, dass es mich unglaublich genervt hat, dass ich oft einfach den ganzen Tag in meiner Bude sitze, das wurde natürlich zu Zeiten von Corona noch schlimmer, als ich zum Teil wochenlang keinerlei Außentermine hatte und immer nur verschiedene Termine per Zoom oder Telefon hatte. Ich habe diese Tradition mit in den Wald gehen schon seit über sechs Jahren, aber es hat sich jetzt so eine Regelmäßigkeit ergeben, anfangs war es einfach einmal am Tag rausgehen und es hat sich mehr und mehr raus kristallisiert, dass ich gerne einfach morgens draußen bin. Da sind wenige Menschen unterwegs, es ist noch relativ ruhig. Ich hasse nämlich Verkehrslärm. Und es ist super schön, wenn man Tiere wie Rehe morgens einfach aus nächster Nähe beobachten kann und einfach auch das nicht so wunderschön ist. Ich bin einfach von Natur aus jemand, der die goldene Stunde unglaublich entspannend findet. Goldene Licht ist einfach nicht nur schön für Fotos, es tut auch einfach mir persönlich gut, wenn alles in ein goldenes Licht getaucht ist. Und genauso kannst du für dich deine Baustellen und deinen Lösungsweg finden.
1. Dein Morgenmahl
Mein Opa war Lehrer und hat mir immer geprdigt, wie wichtig das Frühstück ist. Ehrlich gesagt habe ich das lange Zeit meines Lebens nicht ernst genommen. Mein morgen Ritual in meiner Jugend mit 13 oder 14 war definitiv noch ein bisschen im Bett liegen zu bleiben und die Nestwärme zu genießen, bevor es rausgeht in die böse kalte Welt da draußen, ich habe halt immer bis 2 Uhr nachts mit dem Discman noch CDs unter der Bettdecke gehört, da war dann nichts mit morgens sich hinsetzen an den Frühstückstisch, wo Unterhaltungen nicht so geduldet waren, weil meine Eltern auch erstmal in den Tag kommen und lesen mussten und dementsprechend hatte ich echt nicht wirklich Lust darauf, dort herum zu sitzen, wenn sowieso keine Lust auf Konversation hatte. Dann lieber nach wenigen Stunden Schlaf noch ein bisschen im Bett liegen bleiben und Musik hören. Ich habe dann mir meistens es so eingerichtet, dass ich mir noch schnell was zwischen die Kiemen geschoben habe oder ich habe einfach eine Banane mitgenommen und auf dem Weg zur Schule gegessen. Das war dann auch irgendwie möglich, da ist meistens zu Fuß zur Schule gegangen bin oder auch ziemlich weit zur Schule gehen musste, selbst wenn ich mit dem Fahrrad gefahren bin und das anschließen musste im Hinterhof des alten Fahrradladens, den es heute nicht mehr gibt.
Vor allen Dingen in der Zeit, wo ich nachts gearbeitet habe, ist mir das Frühstück komplett abhanden gekommen und allgemein so eine Routine, was Essen angeht. Vor kurzen habe ich dann mal intervallfasten für mich ausprobiert und das hat ganz gut funktioniert, weil das irgendwie nah an meinen natürlichen Rhythmus reinkommt aber irgendwie wollte ich mir auch nicht irgendwas verbieten, deswegen esse ich jetzt morgens immer nach Lust und Laune, wenn ich wirklich überhaupt keinen Hunger habe oder es beispielsweise super heiß ist, dann esse ich auch nur ein Stück Obst und trinke meinen Kaffee mit Hafermilch, wenn es hingegen ein bisschen kälter ist oder ich weiß, dass ein langer und harter Tag vor mir ist, dann mache ich mir kurz und dann richte ich mir den richtig schön an. Sich selbst etwas zu kochen und morgen etwas Schönes zuzubereiten, das ist echt Balsam für meine Seele.
Natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was ist ihm wichtig in Sachen essen. Aber so ein gut zubereitetes Essen, das lange satt hält, das ist wirklich eine Übung, da ist man achtsam, der tut man sich selbst etwas Gutes, da ist man im Moment und kann für sich mit allen Sinnen kulinarisch erleben. Beispielsweise mache ich sehr gerne sehr viele Gewürze in meinem Porridge. Beispielsweise hatte ich heute Vanille und Kardamom im Vordergrund, im Hintergrund waren dann etwas Zimt und Ingwer, Muskatnuss und Nelken. Und auch, wenn ich immer wieder Porec mache, wo beispielsweise Banane und Apfel dran ist und heute beispielsweise dazu noch Karotte, dann ist es dennoch so, dass sich super viele Möglichkeiten habe, immer wieder etwas Neues zu schaffen. Mal ist der Preis flüssiger und mal esse ich Cranberries als Topping, mal sind es nur Nüsse. Es ist für mich so eine Zeit, die ich mir nehmen muss am Morgen, um gut in den Tag anzukommen und es gibt auch noch Reste, die man dann im Zweifelsfall noch essen kann, wenn dann doch noch irgendwann im Laufe des Tages der kleine Hunger kommt, aber man noch nicht Zeit hat zum Kochen.
2. Schreib es auf!
Erinnere mich noch an eine meiner ersten Sitzungen psychosoziale Beratung in der Zeit, wo ich unter vielen Dingen litt wie einer gescheiterten Beziehung, dass ich gestalkt wurde, dass ich total in diesem Leistungsgedanken Hamsterrad gefangen war und meinen eigenen dummen Gedanken, dass ich perfekt sein muss und dass ich alle Leute um mich herum pleasen muss. Dort wurde ich dafür gelobt, dass ich wissen auf schreibe. Und das habe ich mir auf jeden Fall gemerkt. Raus aus dem Kopf, rauf aufs Papier. Und das kam total verschieden sein. Vielleicht musst du einfach deinen Frust unterschreiben und das ganze zerfetzen, vielleicht musst du auch einfach ihr positiver Dinge in deinem Leben bewusst werden. Du kannst ganz ganz viele verschiedene Dinge schreiben, eben, wo du das Gefühl hast, dass es dir aktuell Hilfe gibt. Es gibt jetzt so viele verschiedene Fragen im Bereich Journaling da draußen, deswegen glaube ich einfach mal, dass du in der Lage bist, selber zu googeln. Ich musste jetzt nicht irgendwelche Fragen schreiben, die du dir selbst individuell auf deine eigenen Bedürfnisse abgestimmt auch einfach bei Pinterest oder anderswo suchen kannst. Vielleicht ist es ja auch einfach nur so, dass du mal aufschreiben musst, was gestern am Tag schön war oder was heute schön sein wird, worauf du dich freust, wofür du dankbar bist, oder vielleicht muss doch einfach mal den ganzen Frust raus schreiben und dann solltest du am besten das ganze zerstören, damit du dich von diesem Mist, von dieser Gedankenscheiße befreist. Raus aus dem Kopf und rein ins Papier ist auf jeden Fall ein wie, womit man wunderbar in den Tag starten kann, und wenn es nur 5 Minuten sind.
3. Bewegung
Wahrscheinlich streckt sich jeder von uns am Morgen. Ich habe es lange Zeit so gemacht, dass ich eigentlich so ärgert sich Warum morgens Yoga machen wollte. Aber es war eher so eine Art Stretching, das ein bisschen länger und intensiver war als darüber hinaus, dass du dich mal ein bisschen mit den Armen regst. Inzwischen wisst ihr ja wie bereits weiter oben erwähnt, dass ich draußen in der Natur bin. Das mache ich eben bereits seit über sechs Jahren vor allen Dingen gerne in den Sommermonaten und jetzt soll es tatsächlich für mich nur ein dauerhaftes Erlebnis sein, egal, welche Jahreszeit und welches Wetter und welche Temperatur, es tut halt immer gut. Ich weiß nicht, ob es jetzt immer am morgen sein wird oder ob ich mich vielleicht bei richtig schlechten Wetter im Herbst und Winter dafür entscheide, dass ich auch mal abends rausgehe. Ich mache das eigentlich momentan nur, abends rauszugehen, wenn ich morgens früh im Zug sein muss und dann nicht die Zeit habe, um kurz mal eben raus zu gehen. Und das ist natürlich sehr selten der Fall, denn wann muss man schon momentan um 6 Uhr oder 7 Uhr im Zug sein? Das ist meine Art der Bewegung, es kann auch gut sein, dass ich dann in den Wintermonaten sage, dass ich in meinem Fitnesscenter, wo man ab 7 Uhr rein kann, aufs Laufband gehe, wenn das Wetter nicht mitspielt. Es muss auch nicht der Kasse Hochleistungssport seine muss jetzt nicht ein zweistündiges Workout mit Krafttraining machen. Vielleicht reicht es auch einfach, wenn du vielleicht dreimal die Treppe hoch und runter gehst in deiner Wohnung oder wenn du zwei Sonnengrüße machst oder vielleicht auch einmal um den Block gehst. Probier einfach aus, was für dich funktioniert und ob es für dich funktioniert. Wenn du natürlich beruflich in der Gastronomie oder Dienstleistungsbranche unterwegs bist und ohnehin deine 20000 Schritte am Tag gehst ohne irgendwie dafür Sport zu machen, dann ist vielleicht das auch für mich nicht der richtige Weg. Ich hatte das selbst lange Zeit, als ich in der Gastronomie gejobbt habe, dass ich einfach danach keine Lust mehr hatte, noch zusätzlich irgendwie jetzt 8 km spazieren zu gehen.
4. Horch in dich rein oder nach draußen!
Jetzt kommt das Stichwort Achtsamkeit: es gibt zwei wunderbare und super einfache Übungen, die einfach immer und überall gehen. Die kannst du morgens selbst im Bett anwenden, du kannst dir das zu White Noise oder entspannende Musik anmachen, du kannst dir aber auch ganz einfach da Zeit zu nehmen, während du spazieren gehst. Beispielsweise wie bei einer laufmeditation. Es gibt grundsätzlich für mich zwei super gute Achtsamkeitsübung, die bei mir immer funktionieren. Es ist einmal die innere Achtsamkeit, das ist irgendwie auch in mir ganz tief drin seit dem 5. Lebensjahr durch meine Gesangsausbildung und später auch durch meine Sprechausbildung am Theater, dass ich einfach Atem und bewusstes Atmen gut wahrnehme und dass das für mich sehr einfach ist, tief einzuatmen und den Atem zu spüren. Das ist nämlich eigentlich Teil von jeden Aufwärmübungen, egal ob nun bei Gesang oder Theater. Du kannst deine Augen schließen, du kannst dir entspannende Musik anmachen, du kannst natürlich auch etwas mit Anleitung suchen, es gibt heutzutage so viele Möglichkeiten für geführte Meditationen oder mit Meditationsapp oder mit Hörbüchern zu arbeiten. Oder man setzt sich einfach irgendwo hin und versucht sich auf seinen Atem zu konzentrieren, vielleicht auch auf seine Gedanken zu konzentrieren. Gut ist diese Übung natürlich auch, wenn du wieder mit verbindest, dass du danach vielleicht deine Gedanken zu dir und dem Tag und wo du gerade stehst dann verschriftlichst. Die andere Art der Achtsamkeit ist die äußere Achtsamkeit. Die funktioniert auch in der Natur total super. Du nimmst mir nicht einfach mal die Geräusche um dich herum bewusst war. In jedem Wald und auf jeder Heide hört man im Hintergrund irgendwo eine Bundesstraße rauschen. Für mich ein persönliches Highlight in Sachen äußere Achtsamkeit ist auf jeden Fall früh morgens ans Meer zu fahren und an den Strand zu gehen. Das ist für mich als gebürtige Cuxhaven araneae wunderschön, so früh sind nicht mal die Kurtaxen Kassierer unterwegs.
5. Einfach mal abzappeln!
Da war für dich noch nichts dabei? Dann geht etwas, was auf jeden Fall geht. Und sei es nun, wenn du es nicht anders möchtest, weil du nicht möchtest, dass dir ja jemand zusieht, wenn du es beim Zähneputzen im verschlossenen Bad machst: du holst dir eine Musik Playlist mit so richtig guten Laune Songs, die kann man ja auch einfach zusammenstellen oder etwas ganz altmodisch so einem Mixtape Kassette. Und dann nimmst du dir einen Song oder zwei Songs und zappelst dazu so richtig ab. Das garantiert doch gute Laune. Aber bitte auch vorsichtig sein: ich hatte mal eine Arbeitskollegin beim Kellnern, die musste tatsächlich schwer verletzt mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden, denn sie hat sich beim Anziehen in der Strumpfhose so dermaßen verheddert, dass sie in ihren eigenen Schrank gestürzt ist und sich arg verletzt hat. Also bitte tanzen mit Vorsicht, insbesondere, wenn es auf Badfliesen ist oder man sich gerade anziehen möchte und mit der Strumpfhose am handeln ist



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