Kooperationen: so arbeiten wir

Weil ich immer wieder Unternehmen in Verhandlungen unser Vorgehen erkläre, dachte ich, wir sind einfach mal ganz transparent und schreiben hier öffentlich, wie wir arbeiten bei Kooperationen.

Das soll nicht nur eine Übersicht für Unternehmen sein, sondern eben auch für andere, die vielleicht mit einer kleineren Reichweite überlegen, mit ihrer Präsenz auf Social Media Geld zu verdienen.

Liebes Unternehmen, was willst du?

Das ist eine lange frage, die ich leider viel zu oft stellen muss und eine Frage wo ich Unternehmen auch bitte, dass sie sich vorher Gedanken machen, wenn sie mich anschreiben, was sie überhaupt von mir möchten. Oder spätestens, wenn ich dann meine Insights geschickt habe, würde ich mir wünschen, dass ein Unternehmen weiß, ob ich geeignet bin und was sie genau erreichen möchten.

Ich bin nicht QVC!

Und ja, das ist leider etwas, was ich auch immer wieder Unternehmen erklären muss. Wir versuchen grundsätzlich reine Provisionskooperationen zu vermeiden, denn wenn ich Geld über Provision verdienen möchte, dann kann ich auch irgendwelche Cremes oder Kosmetik oder andere Produkte über Multi Level Marketing verkaufen. Mein großes Problem mit Multi Level Marketing und ihm auch Kooperationen, die nur über die Provision laufen, ist, dass man einfach sehr viel Arbeit reinstecken muss. Welche Unternehmen also gerne über dieses Modell Geld machen wollen, die sollten sich entweder Leute aussuchen, die extrem zu ihrem Thema passen und wo auch eine hohe Anzahl an Community-Mitgliedern wirklich bereit ist, das zu kaufen. Ich hatte da in den vergangenen Jahren schon die ein oder andere Überraschung, für welche Produkte sich meine Community interessiert hat und für welche sogar nicht. Aber ein Unternehmen sollte sich vorher Gedanken machen, was es von jemanden möchte und ob diese Ziele realistisch sind. Wenn jemand weniger als 20.000 Leute in seiner community hat und das auch nur die Zahl ist, die dort steht und vielleicht 1000 Leute davon die story kucken, dann wird es nicht zu 500 Verkäufen kommen.Aber ein Unternehmen sollte sich vorher Gedanken machen, was es von jemanden möchte und ob diese Ziele realistisch sind. Wenn jemand weniger als 20.000 Leute in seiner community hat und das auch nur die Zahl ist, die dort steht und vielleicht 1000 Leute davon die Story kucken, dann wird es nicht zu 500 Verkäufen kommen.

was ich mir persönlich von Unternehmen wünschen würde: überlegt vorher, was euer Ziel ist. Und das Ziel muss nicht unbedingt sein Verkäufe Verkäufe Verkäufe! Vielleicht ist das Ziel auch erst mal, euch als Marke oder überhaupt als Produkt bekannt zu machen. Als ich meine erste Kooperation im Bereich Perioden Unterwäsche gemacht habe, da haben 96 % die Umfrage beantwortet mit: ich kenne solche Produkte noch nicht. Und vielleicht haben sich auch viele noch nicht über Rasierer Hobel oder plastikfreie Kosmetik Gedanken gemacht. Das können auch legitime Ziele sein. Und man kann auch gezielt durch Content Marketing machen und Erkenntnisse gewinnen. Und diese kann ich auch dann als Bericht nach einer Kooperation an das Unternehmen weitergeben.

meine Rechnungen zahlen sich nicht von Lippenstiften und Klamotten

Ich schließe nicht grundsätzlich Bartering Deals aus, aber sie kommen sehr sehr selten vor. Deswegen zeige ich auch sehr wenig im Bereich Kleidung und anderen Bereichen. Oft ist dort kein Unternehmen bereit, mir Geld zu zahlen beziehungsweise es gibt wohl genug in diesem Bereich, die für gratis Klamotten Content machen. Und das bin ich ehrlich gesagt nicht bereit zu tun. Denn ich bin selbstständig und kann nicht von Gratis Produkten am Ende des Monats meine Miete und meine Rechnungen bezahlen. Ich habe Ausgaben für meine Selbstständigkeit im Bereich Social Media, sei das nun Laptop, Smartphone, Kamera, die wir extra im letzten Jahr angeschafft haben für bessere Qualität und Slow Motion videos in sehr langsamer Bewegung. Natürlich erweitern wir auch immer Dinge wie Licht Equipment, Stative für unterwegs, wir bilden uns weiter über online Kurse oder auch manchmal über analoge Kurse, wir machen ab und zu Fotoshootings, das aber meistens ohne Kooperationen, weil auch da Unternehmen nicht bereit sind Geld zu zahlen und ich leiste gemeinsam mit meinem Ehemann für Kooperationen Arbeit, die ein Bruchteil des Preises einer Agentur Kampagne kosten würden und dann zum Teil auch vergleichbare Qualität haben wie das, was eine Agentur bietet. Selbst für eine Story Kampagne bin ich einige Stunden am arbeiten, weil das Ganze wird vorbereitet, ich mache ein Konzept, ich bin in einer Feedbackschleife in den meisten fällen und muss vorher den Content absegnen lassen und aller mindestens komme ich mit so vier Arbeitsstunden weg, aber oft sind es auch 20 oder auch mal 40 Arbeitsstunden für einen kleinen Beitrag. und für gratis Produkte kann ich einfach nicht diesen Content machen. Dazu gibt es Produkttester und Produkt Testaktionen, wo man sich quasi bewerben kann. Aber Leuten, unabhängig von ihrer Reichweite bei einem gutgeführten Account kein Geld zu zahlen ist einfach fahrlässig und jeder kann mitwirken, in dem er keine unbezahlten Kooperationen macht und anderen nicht den Markt kaputt macht. Denn auch, wenn deine beste Freundin oder dein Ehemann gut fotografieren kann: lass es dir bezahlen, du würdest dich ja auch nicht ins Büro setzen oder Kellnern gehen für einen Gratis Lippenstift. Dann mach das bitte auch nicht bei Kooperationen im Internet.

DaS Zauberwort heißt: Produktionskosten

es gibt drei verschiedene Arten, wie wir Kooperationen machen. Die erste Art ist die klassische: wir verlangen einen Preis, wir haben kein Ziel, wie erfolgreich das ganze sein muss und wir berechnen Produktions Kosten. Die sind natürlich abhängig davon, wie aufwändig das ganze ist. Ob wir dafür extra an den Strand fahren müssen, ob wir dafür besondere Dinge vorbereiten müssen. Oder ob wir einfach zu Hause uns vor die Kamera stellen. Ob ich das ganze alleine mit dringlich drehen kann oder mein Ehemann mich mit der Kamera filmt. Denn ja, auch die Bilder aufs Handy zu ziehen und zu bearbeiten oder das Video zu schneiden oder das Video zu vertonen, das kostet alles Zeit.

Kooperationen mit Reichweitenziel

momentan ist das die beliebteste Methode, wie wir Kooperationen machen. Denn der Algorithmus ändert sich immer wieder, mal funktioniert ein Video Format am Sonntag ganz ganz großartig und in der nächsten Woche ganz schlecht. Aus diesem Grund haben Jona und ich uns einfach ausgedacht: dann sagen wir doch eine konkrete Zahl, nennen dafür einen konkreten Preis und bereiten dafür Content vor. Für die Reichweitenziele besprechen wir gemeinsam mit dem Kooperationspartner, welche Formate sie möchten, also ob Reels oder Feed Beiträge. Und dann produziert man erst mal ein wenig Content, das geht dann in die Feedback Schleife und dann kuckt man und wertet aus und gegebenenfalls gibt es danach eine zweite Runde Content. Bis das Ziel von 5000 oder 10.000 oder 20.000 erreicht ist. Und das Gute daran ist: man hat eine Wiederholung über einen längeren Zeitraum. In den letzten Jahren ist uns aufgefallen dass die Unternehmen, mit denen wir immer wieder gearbeitet haben und die immer wieder bei uns vorgekommen sind auch je länger sie dabei waren, auch umso besser in Erinnerung waren. Deswegen ist für mich leider viel zu selten, aber noch immer favorisiert…

exklusive Zusammenarbeit über einen befristeten Zeitraum hinweg

egal, ob man verkaufen möchte oder einfach bekannter werden möchte oder auch vielleicht das Produkt erst mal für die breite Masse bekannt machen möchte. Das hier ist noch immer die beste Methode: über einen bestimmten Zeitraum exklusiv zusammenarbeiten und dafür dann monatlich oder alle drei Monate Geld bezahlen. Das ganze muss ja auch nicht das ganze Jahr über laufen, ich hab auch schon mit Unternehmen über drei oder sechs Monate zusammen gearbeitet. Das ist eine sehr gute Methode, denn insbesondere auf Instagram oder auch auf TikTok ist der Content so kurz ledig… da ist es einfach von Vorteil, wenn ich ein Produkt oder ein Unternehmen nicht nur einmal Nenner, sondern immer wieder darauf zurück, und vielleicht auch verschiedene Aspekte über ein Thema beleuchten kann. Wenn die community Fragen stellen kann und man diese Fragen beantworten kann. Oder vielleicht auch verschiedene Aspekte von einem Produkt eingehen kann. Vielleicht finde ich auch noch schöne Dokumentationen oder weiterführende Links zu einem Thema, denn ich habe ja durchaus Themen wie Nachhaltigkeit und Bewegung und mentale Gesundheit und normalisieren von Menstruationsthemen und da kann man dann auch wirklich Kooperationen mit einem Bildungsauftrag verbinden und so eben gleichzeitig Geldverdienen und auf der anderen Seite neben Werbung für ein Produkt auch Mehrwert mitgeben.

Produkt in die Kamera halten? Nein danke

Ich bin der festen Überzeugung, dass gute Werbung auf Instagram sich gerade dadurch auszeichnet, dass ich nicht nur einfach irgendein Produkt zeigen, sondern auch das warum nennen. Ich habe beispielsweise jetzt gerade hier einige Produkte herumliegen, die aus verschiedenen Gründen interessant sind. Es wird demnächst in meiner Story einen Tee geben, den nutze ich seit Jahren, weil es der beste Tag zum einschlafen ist, ich hab so viele probiert und ich bin immer wieder zu dem zurück gekommen. Ein anderes Produkt spart Verpackung. Menstruationsunterwäsche kann ich einerseits mit dem Aspekt der Nachhaltigkeit bewerben, aber auch damit, dass ich in der Vergangenheit Probleme mit Infektionen durch Tampons hatte. Oder auch mit anderen Aspekten der Menstruation wie beispielsweise, dass ich erst durch soziale Medien gelernt habe, was ein Menstruations Gerinnsel ist und wann man zum Arzt gehen sollte.

Natürlich kann man einfach ein Produkt schön zeigen in die Kamera und sagen: Kauf das noch mal.

Aber dadurch, dass man beispielsweise ein Produkt nicht nur in die Kamera hält sondern zeigt, dass man das für verschiedene Dinge anwenden kann, dass es dahinter eine Geschichte gibt, das ist einfach eine Art von Werbung, die auch positiver aufgefasst wird. Warum sollte ich einfach auf einem Foto mit einem Sportoutfit schön aussehen, wenn ich auch einfach ein Video machen kann, wo ist einfach in diesem Outfit Sport mache?

warum wir Kooperationen machen?

natürlich kann ich hier nur für uns und unser Thema sprechen. Ich sehe mich als aller erstes als jemand, der gerne Mehrwert zum Thema Selbstliebe und mentale Gesundheit geben möchte und natürlich auch eine Vorkämpferin ist für Menschen mit Mehrgewicht. Denn diskriminiert zu werden auf sozialen Medien ist mein täglich Brot. Und ich möchte diese Klischees bekämpfen.
Wir haben zwei Möglichkeiten: entweder ich verdiene Geld mit meiner Selbstständigkeit neben Social Media, in dem ich Social Media und Texte und Designs für Unternehmen machen. Oder ich kann die Zeit in soziale Medien stecken und auch sehr viel Mehrwert gratis geben. Dazu brauche ich aber entweder ab und an Werbung oder ich muss das ganze über Bezahlung machen. Dazu gibt es ja verschiedene Plattformen die Patreon oder Steady.
Ich frage regelmäßig, was lieber ist: möchtest du ab und an Werbung oder möchtest du lieber bezahlen? Und bislang war die Mehrheit immer für Werbung. Dieses Jahr werde ich mit der erweiterten Version meines Workbooks inklusive Audiobook, was wahrscheinlich zusammen um die 20 € kosten wird, mal den Versuch wagen, etwas zu monetarisieren. Und auch da kann beispielsweise Werbung drin vorkommen, in der Gratis Version von Januar habe ich bereits gratis einige Menschen und Unternehmen, die ich persönlich empfehlen kann, beworben und auch ein paar Rabattcodes geteilt.

WaS ich mir für Kooperationen wünsche

auf jeden Fall wünsche ich mir, dass ich mehr längerfristige Kooperationen habe, weil das einfach eine bessere Investitionen ist, über einen längeren Zeitraum exklusiv ein Unternehmen zu unterstützen in einem bestimmten Bereich. Und Bereich Produkte bin ich immer wieder Erstaunen, dass ich doch bislang in den letzten Jahren relativ wenig zum Thema Mode für große Größen oder dekorative Kosmetik gemacht habe. Denn das tolle an einer solchen Zusammenarbeit wäre ja, dass ich auch dort Produkte über einen längeren Zeitraum habe und einen längerfristigen Werbeeffekt. Außerdem würde ich mir wünschen, dass mehr Unternehmen auch Geld dafür bereitstellen, dass man mit einem Fotografen arbeitet. Nicht, dass ich die Fotos meines Mannes nicht gut finde. Aber wenn ich mit einem richtig guten Fotografen arbeite, dann kann man durchaus eine Abmachung machen, dass man für einen vierstelligen niedrigen Betrag eine Produktion macht, das Man nicht als Person fair bezahlt und genauso den Fotografen Und dass diese Fotos dann nicht nur für meinen sozialen Medien Account genutzt werden kann, sondern eben auch für Werbung von dem Unternehmen. Leider ist es eben oftmals so, dass bei Kooperationen mit Fotografen die Models nicht bezahlt werden und quasi nur für die Fotos arbeiten oder andersherum ich schon sehr oft versucht habe, Unternehmen eine Produktion mit einem Fotografen schmackhaft zu machen, aber in den seltensten Fällen hat das geklappt. Natürlich hat mein Mann sich fotografisch auch weiter entwickelt. Wir ha sind aber inzwischen auch dazu übergegangen, dass wir je nachdem, wie viel der Kunde bereit ist zu zahlen auch sagen: „für diese Summe fahren wir nicht extra an den Strand. Da müssen Sie mit einem Foto in den eigenen vier Wänden arbeiten.“

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