Jeder von uns kennt das: Auf einmal ist der Youtubechannel, der Blog, das Instagramprofil weg, das wir total gesuchtet haben. Aber warum? Nun ja, ich treibe mich seit etwa dem Millenium oder vielleicht schon etwas früher im Internet herum. Damals mit Tiscalimodem, nur Original mit dem Modemsound beim Einwählen und natürlich hatten wir immer eine Höchstnotzungdauer, denn ich war schließlich damals erst in der 5. Klasse. Und in der Zeit war ich bei Plattformen wie Animexx, Deviantart, Youtube und hatte eben auch den ein oder anderen Blog.
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Verschwundene User im Laufe der Zeit
Eben hat man noch mit einer Person zusammen FanFictions geschrieben oder nett geschnackt, sich in Hannover auf einen Kaffee getroffen und dann ist diese Person 1 Woche offline, 2 Wochen offline. Okay, vielleicht einfach mal ein Social Media Detox, you never know – und Schwupps, ist der Kanal erst unbenannt, dann offline oder das Profil privat oder ganz weg.
Auch, wenn ich erst zarte 30 Jahre alt bin und viele Menschen mir immer wieder spiegeln, dass ich mich nicht als Social Media Oma bezeichnen soll – tja, aber ich bin eine. Nicht, weil ich so krass alt bin, sondern einfach, weil ich sogar MySpace hatte, mit so krassen costum Profil in Fancy Flash, also etwas, was gefühlt nirgendwo mehr funktioniert, weil Flash seit MACbooks und Smartphones einfach eine Programiersprache von gestern ist.
Ich kenne so viele Leute da draußen, die das Handtuch geworfen haben, weil sie in der Schule gehäselt worden uns so weiter und sofort. Und ich denke mir einfach: Warum? Aber naja, 2007 war das vielleicht noch eine ganz andere Sache als heute, da waren Videos auf Youtube größtenteils das, was heute den Charme von Memes ausmacht. Da wollte man sicherlich nicht seine eigenen Videos als Referenz nutzen.
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Alles anders als noch vor kurzem
Heute ist es ja irgendwie alles anders. Erst brauchte ich nicht mehr den bauchigen PC meiner Eltern nutzen, den sie übrigens bis heute benutzen und der wirklich inzwischen gruselig lang zum Hochfahren braucht. Inzwischen ist man nicht mal mehr auf einen Laptop angewiesen, Tablets waren eh nie mein Ding, obwohl dieser Laptop sogar einen Touchscreen hat. Wir tragen unsere Allroundgeräte immer mit uns rum, können damit Fotos machen und bearbeiten, Videos drehen oder Blogposts schreiben. Ja, auch, wenn ich die meisten Blogposts wegen SEO hier auf dem Laptop finishe, schreibe ich inzwischen die meisten meiner Blogposts auf dem Smartphone oder diktiere sie.
Ja, unsere alten Klassenkameraden, Lehrer, Arbeitgeber, Verwandten und Freunde können uns sehen. Und das kann einem natürlich peinlich sein, weil es ja auch Themengebiete wie ASMR oder Miniaturen bauen oder was auch immer gibt, die missverstanden werden können. Aber andererseits kann man ja auch saggen, dass ich letztendlich auch die Entscheidungsgewalt habe, was ich öffentliche mache und was ich nicht öffentlich mache.
“Wie kann man nur so dumm sein?”
True Story über eine Bloggerin, ich glaube, aus dem Bereich Beauty, als das alles noch nicht so ein Lifestyle Mischmasch war und eine damalige Beautybloggerin aus Hannover mich auch öffentlich angeschnauz hat, weil ich es gewagt hatte, etwas anderes als Beauty bei mir auf dem Blog zu schreiben, weil sie dann ja nicht wüsste, worum es dann eigentlich im Kern des Blogs gehen würde.
Wir haben das Jahr 2009, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich damals grad fertig mit dem Abi war. Es gab damals noch diesen wunderbaren Google Reader, mit dem man Blogs abonnieren und die neusten Artikel durchgehen konnte. Und da war eine Dame aus Süddeutschland oder der Schweiz, ich bin mir nicht sicher, die gleich mehrere Blogposts über ihren alten Arbeitgeber geschrieben hat, wie scheiße der sei und wie blöd sie das Blondchen fände, das nun ihr Ersatz ist. Nun ja, was soll man dazusagen, wenn jemand mit Impressum und vollen Namen im Internet weltweit publiziert in einem polemischen Ton, was er oder sie davon hält, dass er oder sie gekündigt wurde?
Follower sind Macht?
Okay, wir haben jetzt ein sehr altes Beispiel einer etwa 18jährigen, die sicherlich noch einige Probleme hatte, ein Unternehmen und eine Mitarbeiterin mit voller Namensnennung öffentlich zu beschimpfen. Heute ist das doch abwegig, oder? Ja, Leute, ihr könnt lästern, aber anonymisiert bitte. Denn Kritik und Beleidigung, das ist nicht dasselbe. Da kenne ich beide Seiten der Medialle. Eine Person hat mich dieses Jahr z. B. blockiert und dann private Chats von mir veröffentlicht. Was soll ich dazu noch sagen? Ist okay, wenn mich jemand blockiert. Ist okay, wenn jemand über mich lästert. Aber dann nimm dir die Zeit, und streich da meinen Namen, meinen Avatar weg. Andernfalls kann das böse ändern. Inzwischen ist das Konto privat, das ist dann beispielsweise wieder rechtlich komplett safe. Denn dadurch wird ja nicht öffentlich über Personen gelästert.
Ich war beispielsweise kürzlich aber auch sehr schockiert, dass jemand Angst vor mir als Person hatte und mir zugetraut wurde, dass mir zugetraut werden würde, ein Unternehmen öffentlich schlecht zu machen aufgrund schlechter Erfahrungen mit diesem Unternehmen. Ich war halt als Personen total schockiert und auch als Privatperson, dass man mir zugetraut hat, dass ich mich hinstelle und irgendwie ablästere oder sowas. Dazu bin ich zu sehr ein Geek in Sachen Rechtsfragen auf Social Media und andererseits finde ich grundsätzlich schlecht, Unternehmen schlecht zu machen. Kritisieren geht konstruktiv und wenn du nichts Gutes zu sagen hast, sag nichts. Deswegen hat es der ein oder andere Artikel nie auf meinen Blog geschafft.
Die Geister, die keine sein wollen
Was ich hingegen nicht so gerne mag, ist dieses Ghosting von Menschen von denen ich das Gefühl habe, dass sie zum größten Teil nicht Instagram verstehen und begriffen als Plattform und dann irgendwie ankommen und meckern, sobald sie etwas auf sich beziehen. Ich habe tatsächlich aus verschiedenen Lebenskapiteln von Spielkreis bis Nebenjobs oder Studium oder Theater Menschen, die mich hier ghosten. Und ich finde diese Begründung, Menschen verbal anzugreifen – öffentlich oder privat – mit der Begründung „du stellst das doch alles online“ sehr bedenklich, weil diese Menschen anscheinend nicht Diskussionskultur verstanden haben und ein Diskurs ja auch nur entstehen kann durch einen regelmäßigen und auch vor allen Dingen respektvollen Umgang miteinander. Nur weil meine Realschulzeit ein Desaster und meine Klasse das totale Chaos war und ich eben nicht im Guten an diese Zeit zurück denke, heißt das ja nicht, dass grundsätzlich meine Heimat so schlecht ist. Es passt nur eben für mich nicht. Und dann höre ich tatsächlich immer wieder: “Ich bin doch kein Ghost.” Nun ja, wenn du so etwas sagen musst, dann think of it.
Aber es ist nicht alles schlecht. Ich habe z. B. mal mehreren alten Klassenkameraden und selbst meiner Mutter geholfen, als diese sich im Bloggen probieren wollten WordPress Websites für Theaterstücke gebaut usw.
Zusammenfassung
Es ist nicht alles schlecht, nur, weil es im Internet ist. Man kann das als Referenz und Lernprozess über die Zeit sehen. Ich beispielsweise habe mich seit Jahren zum ersten Mal wieder deutschen Youtubern und deren Videos für Shcnittstudien zugewendet, weil ich mal anders schneiden möchte, als ich das seit Jahren mache, mich mal wieder ausprobieren.
Wenn manche andere Menschen in eurem Umfeld das mit dem Internet nicht verstehen oder kritisch finden, dann seid bitte nicht aggressiv. Erklärt, dass ihr selbst unter Kontrolle habt, was ihr veröffentlicht und darüber auch bewusst nachdenkt. Dann kann eigentlich nichts schief gehen.


